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Wie ich mich zuverlässig informiere 33%

Kapitel 2.8.

Manchmal gibt es aber auch Probleme mit der Glaubwürdigkeit

Im Medienalltag wird die Glaubwürdigkeit der Nachrichten durch viele Umstände immer mal wieder beeinträchtigt. Hier die wichtigsten vier:

Manchmal erzählen die Newsmedien mehr, als sie wissen. Solche Spekulationen werden in der Überschrift oft wie eine Tatsache präsentiert.

Im Sommer 2023 berichteten viele Medien übereinstimmend, dass eine Löwin in Kleinmachnow (Brandenburg) gesichtet wurde.

Viele Medien zeigten Videos des gefährlichen Tieres, Anwohnende wurden gewarnt und eine große Suchaktion gestartet.

Bald stellte sich heraus, dass es sich vermutlich um ein Wildschwein handelte. Das Beispiel zeigt, wie Newsmedien mitunter aus Mutmaßungen bedrohliche Tatsachen machen und damit Aufmerksamkeit (hohe Klickraten) erzielen.

Politikerinnen und Politiker, Parteien und die Industrie wollen mit ihren Mitteilungen meist eine für sie positive Sicht an die Öffentlichkeit bringen (sogenannte PR-Meldungen). Und manchmal kommen sie damit auch durch, d.h. die Medienredaktion übernimmt die PR-Meldung.

Aber: Hier berichten Newsmedien aus zwei verschiedenen Standpunkten.

Der Artikel der WELT beschreibt eine Erfolgsgeschichte und stellt die Wirtschaftslage des Konzerns als positiv dar.

Vier Tage später, nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts, berichten andere Medien (wie hier Merkur) Gegenteiliges über die Wirtschaftslage des VW-Konzerns.

Zum Handwerk des Newsjournalismus zählt, dass bei komplexen Thermen verschiedene Positionen recherchiert und gezeigt werden. Manchmal wird aber nur eine Sicht wiedergegeben, vermutlich, weil mit ihr eine aufregenden Schlagzeile produziert werden kann.

Ungeklärt ist, ob die Mehrheit der werdenden Mütter zum Kinderwunsch Position bezieht, unklar auch, ob es Unterschiede zwischen den sozialen Milieus und den Kulturen gibt. In jedem Fall ist die Überschrift über dem FAZ-Bericht falsch.

Vor allem die Boulevardmedien präsentieren gern Prominente mit vermeintlich bizarren  Äußerungen oder in grotesken Situationen, um mit entsprechenden Schlagzeilen Aufmerksamkeit (d.h. viele Klicks) zu generieren.

Wie in diesem Beispiel über Nicole Kidman: Selbst wenn das stimmen würde – müssen wir so etwas überhaupt wissen?

Tatsächlich erklärte Obama dies: „Statistisch gesehen ist das Universum so riesig, dass die Chancen gut stehen, dass es irgendwo Leben gibt.“ Zugleich schränkte er ein: „Die Entfernungen zwischen den Sonnensystemen sind jedoch so groß, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass wir von Außerirdischen besucht wurden.“

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