Informieren in Sozialen Medien (Schulversion)
1. Einführung

Selbstlernkurs: Informieren in Sozialen Medien (Schulversion)

1.2 Was machst Du auf welcher Plattform?

Jede Social Media Plattform hat Stärken und Schwächen. Je nachdem, was wir in den Sozialen Medien tun wollen, sollten wir eine passende Plattform auswählen. Was meinst Du: Welche der Plattformen eignet sich zum Chatten, zum Spielen und Zeitvertreib, für persönliche Mitteilungen, um sich über das aktuelle Geschehen zu informieren – oder um gezielt neues Wissen zu finden?

Um zu erfahren, für welche Bedürfnisse sich die jeweilige Plattform eignet, kannst du den entsprechenden Namen der Plattform klicken. Wenn Du dich über die Eignung der einzelnen Plattformen informiert hast, kannst Du dein Wissen prüfen und diese dem entsprechenden Interesse zuordnen. Dazu ziehst Du das Plattform-Symbol vom Smartphone in das passende Feld (Chatten, Zeitvertreib usw.).

Whatsapp ist ein Messenger-Dienst, der vom Medienkonzern Meta Platforms Inc. betrieben wird. Er eignet sich vor allem für den Austausch von Mitteilungen (auch Gifs, Bilder, Audios und Kurzvideos) zwischen Personen und Gruppen. Er verwendet die Telefonnummern der Teilnehmer und kann auch wie ein Internettelefon genutzt werden (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Seine Stärke: Der Absender kann erkennen, ob seine Mitteilung vom Empfänger geöffnet und angeschaut wurde. Sein Problem: Das Nutzungsverhalten der User wird vom Mutterkonzern Meta ausgespäht und auswertet. Näheres zum Unternehmen findet Du unter „Hintergrund“.
Telegram ist ein Messenger-Dienst und gilt als Alternative zu WhatsApp. Er wurde von zwei russischen Brüdern entwickelt; als derzeitiger Standort wird Dubai angegeben. Seine Funktionsweise ähnelt der von WhatsApp – mit diesen Unterschieden: Er verschlüsselt die Kommunikation nur auf Verlangen („geheimer Chat“). Und er bietet den Nutzern die Möglichkeit, statt der (bei WhatsApp vorgeschriebenen) Telefonnummer ein Pseudonym anzugeben. Deshalb ist der Dienst für User interessant, die anonym bleiben wollen, zum Beispiel Rechercheure, aber auch Betreiber dubioser Geldgeschäfte und kriminelle Personen und Gruppen. Telegram wird auch von Agenturen für die Verbreitung von Propaganda, für Hass-Posts und Fake- News genutzt.  Näheres zum Unternehmen findet Du unter „Hintergrund“.

Facebook ist ein soziales Netzwerk („sozial“ bedeutet hier: „gemeinschaftlich“), das vom Medienkonzern Meta Platforms Inc. betrieben wird. Jeder Teilnehmer registriert sich mit seiner Email-Adresse und erhält eine Profilseite. Auf dieser kann er sich mit persönlichen Daten, Bildern und Videos präsentieren (ein Profil erstellen). Die Profile der Teilnehmer werden über Freundschaftsanfragen oder Abonnements untereinander vernetzt. Jeder kann bis zu 5.000 Freunde für sich gewinnen. Jeder Freund kann Nachrichten senden, die entweder nur für den Empfänger oder für alle Freunde sichtbar sind. Zudem können Teilnehmer für den Austausch von Inhalten Gruppen gründen: offene (für jede auf Facebook registrierte Person einsehbar) wie auch geschlossene (nur für Gruppenmitglieder). Seine Stärke: Auf Facebook können die Menschen weltweit miteinander kommunizieren, beliebige Inhalte teilen und kommentieren. Auf Facebook präsentieren sich auch viele Unternehmen, Parteien und Medienanbieter mit ihren Inhalten und aktuellen News. Viele dieser Profilseiten sind von Webseiten kaum zu unterscheiden (jedoch durch die Webadresse!). Sein Problem: Das Nutzungsverhalten der User wird vom Mutterkonzern Meta ausgespäht und auswertet. Näheres zum Unternehmen findet Du unter „Hintergrund“.

Twitter ist eine Kommunikationsplattform. Sie wurde im Frühjahr 2022 vom US-amerikanischen Milliardär und Tesla-Besitzer Elon Musk übernommen. Auf Twitter können angemeldete Nutzer Kurznachrichten oder Kommentare verbreiten. Diese Mitteilungen werden „Tweets“ (von englisch to tweet „zwitschern“) genannt; sie sind auf eine Länge von 280 Zeichen begrenzt. Meist behandeln diese Tweets persönliche Eindrücke („offenes Tagebuch“) oder das aktuelle Geschehen. Wer die Mitteilungen einer bestimmten Person zugesandt haben will, trägt sich als „Follower“ dieser Person ein. Viele prominente Person erreichen zigtausende Follower. Antwortet diese Person mit einem Retweet auf einen Tweet, dann gehen Tweet und Retweet an alle Follower dieser Person. Jede registrierte Person kann aber auch Mitteilungen bestimmter Follower blockieren. Twitter-Benutzer können sich auch zu Gruppen zusammenschließen und untereinander kommunizieren.  Näheres zum Unternehmen findet Du unter „Hintergrund“.

Instagram ist ein Soziales Netzwerk, das wie Facebook und Whatsapp zum Unternehmen Meta Platforms Inc. gehört. Einerseits bietet Instagram eine umfangreiche Chatfunktion, darin ähnlich zu Facebook. Andererseits wird es hauptsächlich für das Hochladen, Weitergeben (Sharing) und Bewerten von Video- und Fotos genutzt. Vor allem Prominente und Influencer wie auch junge Erwachsene benutzen Intagram für ihre persönliche Präsentation (Performance). Viele User bemühen sich um eine besonders attraktive Selbstdarstellung, um möglichst viele Follower und „Herzchen“ zu bekommen. Dieses auf Äußerlichkeiten reduzierte Persönlichkeitsbild bedeutet für viele Jugendliche Stress. Instagram geriet wiederholt in die Kritik, weil sein Eigentümer Meta das Nutzungsverhalten der User registriert und auswertet. Näheres hierzu findest Du unter „Hintergrund“.

TikTok ist ein Audio- und Videoportal, das nur auf den Smartphones und iPhones funktioniert. Es wurde in China entwickelt und wird heute vom chinesischen Unternehmen ByteDance betrieben. Mit der TikTok-App können Benutzer Musikclips ansehen. Wer selbst eines hochladen will, muss angemeldet sein. Der User kann dann einen Clip mit seiner Handy-Kamera aufnehmen, mit witzigen Spezialeffekten versehen, eine Musik dazu wählen und auf die Plattform stellen. Das Besondere: Die TikTok-Algorithmen errechnen das Nutzungsinteresse der User. Sie wählen aus, welche Videos auf der „Für dich“-Seite dem Nutzer gezeigt werden. Dabei geht es überwiegend um Unterhaltungsvideos aus Sport, Musik und Freizeitgestaltung. Je nach dem, können es aber auch Gewaltszenen, Misshandlungen und Kriegsszenen etwa aus dem Angriffskrieg gegen die Ukraine sein. Die Algorithmen können die dargestellten Kriegsszenen nicht einordnen und Falschinformationen nicht erkennen. Von daher ist TikTok ein unzuverlässiges Medium. Näheres hierzu und zum Unternehmen findet Du unter „Hintergrund“.

YouTube ist ein US-amerikanisches Videoportal, das dem Suchmaschinen-Betreiber und Internet-Konzern Google LLC gehört. Es funktioniert als ein werbefinanziertes Portal. Dort kann man kostenfrei Videoclips anschauen, bewerten und kommentieren wie auch eigene Videos hochladen und freigeben. Zahllose Video-Blogger nutzen YouTube als Portal für ihre Botschaften (einer der bekanntesten: Rezzo). Neben dem üppigen Unterhaltungsangebot (Filme, Sketche, Musikvideos) bietet YouTube eine breite Palette  an seriösen Produktionen, darunter Erklär- und Lernvideos aus Bildung, Wissenschaft und Kunst. Zudem wird YouTube von vielen Medienanbietern als Zweitverwertung analog zur Mediathek genutzt, beispielsweise für größere Interviews und Ausschnitte aus Talk-Shows. Da praktisch keine inhaltliche Prüfung stattfindet, stößt man auf dem Portal auch auf Video- und Audio-Angebote, die abstruse Geschichten, Desinformationen und Fake News verbreiten. Näheres über YouTube findet Du unter „Hintergrund“.

Jetzt bist Du dran: Welche Plattformen eignen sich besonders gut…

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