Mit Sozialen Medien kompetent umgehen (Schulversion)
8. Ausblick

Onlinekurs: Mit Sozialen Medien kompetent umgehen (Schulversion)

Fazit: Die Zukunft der Sozialen Medien

Z - Ausblick

Die im Grunde schöne Welt der Sozialen Medien ist voller Risiken und Gefahren. Und dies aus drei Gründen:

1.) Die meisten Betreiber sind fette Konzerne, die deine Neugier und deine Kommunikationswünsche benutzen, um möglichst viel Geld zu verdienen. Viele Jugendliche werden zu einem Nutzungsverhalten verleitet, das viel Aufmerksamkeit und viel Zeit kostet. Beides fehlt dann für die wirklich wichtigen Dinge.

2.) Die offenen Kommunikationsräume der Plattformen setzen voraus, dass die Menschen fair und konstruktiv miteinander umgehen. Doch dies ist eine Idealvorstellung. Viele Menschen sind frustriert oder wütend oder auch boshaft. Darum gibt es so viel Hass und Destruktives in den Postings und Kommentarspalten.

3.) Die Sozialen Medien basieren auf dem Grundsatz der Informations- und Meinungsfreiheit. Jeder darf seine Meinung sagen – sofern er sich an die Spielregeln hält und keine Lügengeschichten verbreitet. Tatsächlich gibt es viele Menschen und Gruppen, die Unsinn verbreiten – warum auch immer.

Es gibt zwei Konsequenzen, die Du für dich ziehen kannst:

1.) Benutze soweit möglich datensichere Medien. Um zu chatten und zu kommunizieren, eignet sich zum Beispiel Signal besser als Whatsapp. Rede mit deinen Freunden und Freundinnen darüber, vielleicht folgen sie dir. Bewege dich auf den großen Plattformen wie Facebook und Instagram so zurückhaltend wie möglich. Jedes Liken und Teilen löst einen Datenstrom aus, der vieles über Dich verrät. Und schalte so oft wie möglich ab.

2.) Denke an die Fairness-Regeln und kommuniziere so, wie du willst, dass man mit dir umgeht. Nutze die Sozialen Medien, weil du teilhaben möchtest und weil du Wissen gewinnen willst. Und nicht, um Zeit totzuschlagen oder hässlichen Skandalgeschichten hinterherzulaufen.

In diesem letzten Kapitel haben wir ein paar „Strukturprobleme“ der Sozialen Medien angesprochen. Vielleicht bist du jetzt auch zur Ansicht gelangt, dass diese Probleme so schädlich sind, dass sie gelöst werden müssen. Derzeit werden zwei Problemfragen viel diskutiert:

1.) Gegen das Schimpfen, Beleidigen und Bedrohen sollten die gesetzlichen Bestimmungen verschärft werden. Vor allem müssen die Urheber identifizierbar sein. Das geht aber nur, wenn alle Teilnehmer mit Echtnamen im Netz unterwegs sind. Von daher steht in Frage: Was ist uns wichtiger: das wilde, unkontrollierte Mitmachen – oder die Wahrung der Persönlichkeitsrechte?

2.) Stell dir vor, Du bekommst nur solche News, die wahr und wichtig sind. Und nur solche Videos, die niemanden diskriminieren, beleidigen oder erniedrigen. Nur solche Games, die deine Gewaltphantasien ins Positive lenken. Wäre dies machbar? Vermutlich nur dann, wenn die Plattformen keine Geldverdien-Maschinen sind. Wenn sie ähnlich wie die öffentlich-rechtlichen Medien von einer neutralen Instanz betrieben würden, vergleichbar mit dem Straßen- und Autobahnnetz. Und so, wie es für den Straßenverkehr feste Verhaltensregeln gibt, so könnte es auch für die Anbieter und Nutzer auf den Plattformen klare Regeln geben – Was meinst Du dazu?

Lektions-Schlagwörter: soziale medien
Onlinekurs Soziale Medien – Unterrichtsversion